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15/11/2011

DingFabrik – Aus Spaß am Selbermachen

An diesem Wochenende sind wir wieder in Deutschland unterwegs und besuchen spannende Projekte und deren Macher, die uns ihre Geschichten erzählen. Unsere Tour für uns dabei diesmal unter anderem zur DingFabrik nach Köln. Kennt ihr nicht? Dann gibt es hier ein kurzes Intro von uns…

© DingFabrik

Selbermachen macht Spaß! Doch gerade in einem urbanen Umfeld fehlt es vielen Menschen an Platz, Werkzeug und KnowHow, um Dinge selber zufabrizieren. Dies versucht die DingFabrik zu beheben, indem sie all dies an einem Ort bündelt und mit einem Gemeinschaftserlebnis kombiniert. Als sogenanntes Fablab, eine offene Bastel- und Laborwerkstatt, biete sie Interessierten Zugang zu Maschinen und Fortbildungen, die sonst nur dem Gewerbe oder der Industrie zur Verfügung stehen. Die können hier in der Gruppe oder alleine eigene Ideen umsetzen, an anderen Ideen mitarbeiten oder neue Ideen entwickeln. Thematisch ist die DingFabrik so vielfältig wie ihre Mitglieder. Vom Nähen mit der Maschine und selbstbedruckten T-Shirts im Siebdruckverfahren über die Restauration alter Möbeln hin zu dreidimensional gedruckten Objekten direkt aus einem Computermodell und elektronischen Basteleien, die das alte ferngesteuerte Auto mit dem iPhone steuern lassen, ist so ziemlich alles möglich.

© DingFabrik

Der gemeinnützige Trägerverein lebt vor allem vom Austausch unter den Mitgliedern und darüber hinaus. In öffentlichen Vorträgen werden Themen aus Produktion, Elektronik, Architektur, Gesellschaft, Kunst und Bildung vorgestellt. Jeden zweiten Montag werden im Plenum neben Vereinsangelegenheiten auch Projekte einzelner Mitglieder und interessierter Außenstehender präsentiert und technische und gestalterische Probleme diskutiert. Darüber hinaus bieten die Mitglieder des Vereins öffentliche Workshops an, in denen sie zeigen, wie man 3-dimensionale Modelle am Computer erstellt und anschließend ausdruckt, Stempel mit Linoleumwerkzeug schnitzt, Elektronikbauteile zusammenlötet und anschließend programmiert oder eine Lampe aus Holzstreifen baut.

© DingFabrik

In erster Linie wird die DingFabrik von einer sozialkulturellen Idee getragen: Menschen nutzen ihre Freizeit sinnvoll in der Gemeinschaft, um sich privat und beruflich fortzubilden oder nur einen Ausgleich zu finden, indem sie gemeinsam basteln, bauen, handwerken, Maschinen und Geräte entwickeln und sich darüber austauschen. Das gesammelte und erweiterte Wissen wird im Sinne des Open Source Gedankens offen geteilt und über das Internet einem weltweiten Netzwerk Bastlern und Entwicklern zur Verfügung gestellt. Dabei wird auch immer wieder ökologisch nachhaltig gehandelt: teilweise aus Mangel an finanziellen Mitteln, teilweise aus ideellen Gründen, in jedem Fall aber bewusst werden alte Gerätschaften, Materialreste oder Abfallprodukte aus Gewerbe und Industrie zu neuen Dingen verarbeitet. Das ist nicht nur Recycling sondern sogar Upcycling. Während geschredderte PET-Flaschen nur noch einen Teil ihres ursprünglichen Materialwertes einbringen, erreicht ein Lampenschirm aus PET-Flaschen einen höheren Wert, als die Flaschen jemals hatten.

Mit Blick auf den Trend hinzu massenindividualisierten Produkten und dem steigenden Wunsch nach Selbstverwirklichung im Berufsleben ist die DingFabrik außerdem bemüht, Menschen mit Produktideen die Möglichkeiten zu geben, ihre Ideen zum Prototypen voranzutreiben und damit Barrieren für den Einstieg in die Selbstständigkeit abzubauen.

Wie die DingFabrik in Köln entstanden ist, könnt ihr in Kürze in unserem Buch „Phase 0 – How To Make Some Action“ nachlesen.

Aktuelle Informationen findet ihr auf www.dingfabrik.de, Facebook oder Twitter.

Jeden Freitag ab 19 Uhr steht die Werkstatt ganz offiziell auch Besuchern kostenfrei zur Verfügung. Sondertermine sind nach Absprache möglich, eine Mail an post@dingfabrik.de genügt. Ihr seid herzlich willkommen!

Geschrieben von Michael in Inside View, PHASE 0
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