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17/05/2012

Zonenkinder unterwegs – Urbane Kunst von Leipzig bis Bochum

Das Zonenkinder Kollektiv aus Hamburg stellt seine Kunst seit 2002 weltweit auf verschiedenen Festivals und Shows u.a. in Frankreich, der Ukraine, Taiwan, den Niederlanden, Norwegen oder der Schweiz aus, hatte Einzelausstellungen in Berlin und New York und ist in zahlreichen internationalen Publikationen zur zeitgenössischen urbanen Kunst zu finden. Aktuell wurde das Kollektiv zum Preisträger des ARTAQ Award 2012 gekürt, ist Mitautor von „PHASE 0 – How To Make Some Action“ und im Gängeviertel-Künstler_innen-Kollektiv Hamburg aktiv. In den vergangenen Wochen waren die Zonenkinder in Deutschland unterwegs und haben ein paar Eindrücke von drei Kunstprojekten mitgebracht.

Bereits im April starteten Kulturbetriebe aus Hamburg und Leipzig unter dem Titel “Betriebsausflug” ein gemeinsames Projekt. Die von Künstlern selbstorganisierten Atelier-, Künstlerhäuser und Kunsträume sind Netzwerke, die sich im Rahmen dieses Austauschprojektes gegenseitig Räume und Unterstützung bieten. Bis zum 5. Mai fanden dazu zunächst in Leipzig zahlreiche Ausstellungen, Performances, Konzerte und Diskussionen des “Kulturbetriebes Hamburg” in Projekt-, Kunsträumen und leerstehenden Gebäuden statt. Außerdem gestalteten Leipziger und Hamburger Künstler(crews) – unter ihnen die Zonenkinder – in einem künstlerischen Dialog die Räume im Verwaltungsgebäude des Energiekombinats Böhlitz-Ehrenberg das “IBUg Betriebssystem LeHH“. Im Gegenzug reisen vom 25. Mai bis zum 9. Juni Leipziger Kunst- und Kulturschaffende nach Hamburg, um dort ihre Projekte zu präsentieren und im Hamburger Gängeviertel Wände zu gestalten. Für das Projekt “IBUg ♥ Gängeviertel” läuft aktuell ein Crowdfunding, dass man bei der VisionBakery unterstützen kann.

Vom 28. April bis zum 3. Mai waren die Zonenkinder dann in Dresden zu Gast. Im Rahmen des Projektes “CityBilder – Kunst auf Brandwänden” treffen sich bereits seit Oktober internationale Streetart-Künstler u. a. aus den Niederlanden, den USA, Spanien, Polen, Rumänien, Italien und Kanada in der sächsischen Landeshauptstadt, um im Stadtteil Friedrichstadt ignorierte und verwaiste Brandwände zu ihnen wichtigen Themen zu gestalten. Dabei ist allerdings nicht der Einzelkünstler gefragt. Das Projekt basiert vielmehr auf internationaler, künstlerischer Zusammenarbeit. Je zwei Künstler arbeiten gemeinsam an einer Wand, so dass neue Dynamiken entstehen. Das Aufeinandertreffen aus Malerei, Grafik, Illustration und Design, Gegenstädlichem und Abstraktem, flächigen Formen oder Strichen soll dabei die Friedrichstadt und ihre vergessenen Wände beflügeln. Die Zonenkinder haben dazu in den ersten heißen Maitagen die Trafostation des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt bemalt.

Zonenkinder @ "CityBilder - Kunst auf Brandwänden" in Dresden (© Lucky Cat)

Letzte Station der Tour war das Festival n.a.t.u.r. in Bochum. Das Festival will unter dem Motto “Natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum” mit einer Reihe von Veranstaltungen eine ganzheitliche Perspektive auf die Natur und den Menschen im urbanen Lebensumfeld setzen und auf die vielen Verflechtungen und Potenziale hinweisen. Dabei transportieren die Macher_innen ein Thema von globaler Wichtigkeit, nämlich die nachhaltige, ökologische und natürliche Lebensführung und -gestaltung in eines der größten und von Industrie geprägten Ballungszentren Europas – das Ruhrgebiet. Das Programm des Festivals bietet noch bis zum 20. Mai Ausstellungen, Aktionen, Konzerte, Parties, Theater, Vorträge, Lesungen und Workshops. Die Zonenkinder haben dazu in der gesamten Stadt und auf dem Festival Bäume gestaltet.

Zonenkinder @ "n.a.t.u.r. Festival" in Bochum

Geschrieben von Michael in Events, Kunst
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