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23/12/2011

Warum der Scheiss? Die Anfänge des Werk.Stadt.Laden in Dresden.

Die DingFabrik in Köln haben wir euch als Teil von PHASE 0 hier schon vorgestellt. In Dresden gibt es ein ganz ähnliches Projekt, das doch anders ist. Die Macher des Werk.Stadt.Laden erzählen euch in diesem Gastbeitrag, wie sie angefangen haben und warum sie diesen Scheiss überhaupt machen…

© Werk.Stadt.Laden Dresden

“Werden wir nach den Anfängen des Werk.Stadt.Laden gefragt, erzählen wir oft von unseren damals aus allen Nähten platzenden WG-Zimmern, dem Siebdrucktisch neben dem Bett oder über das Fotolabor auf dem Klo. Eine Handvoll Freunde, die alle schon SOME ACTION machten – eine Gemeinschaftswerkstatt zu gründen lag ab einem gewissen Zeitpunkt also irgendwie auf der Hand. Oder auch nicht, denn jeder hätte sein Ding auch alleine durchziehen, zu Hause weiter machen, sich mit seinem Lebensabschnittsgefährten eine Dreizimmerwohnung suchen oder zum drucken und entwickeln einfach ins Riesa e.V. gehen können. Einen Laden zu betreiben ist dagegen auch nicht viel günstiger und macht zudem mehr Arbeit. Also warum die ganze Mühe?

© Werk.Stadt.Laden Dresden

Anscheinend geht es um mehr als nur einen Arbeitsplatz für sich und die eigene Gruppe. Den Laden nach außen hin zu öffnen, stand von Anfang an fest. Die eignen Ideen zu verwirklichen und dafür Raum zu haben ist eine feine Sache – mit neuen und andere Gedanken konfrontiert zu werden eine Qualität, die also solche oft unterschätzt wird. In der Geschäftswelt nennt man es „Synergieeffekte nutzen“. Aber das klingt irgendwie nach Kuhhandel. Das Kleingedruckte lautet nämlich: du hast Stress mit irgendwelchen Fremden, niemand außer dir räumt die verdammte Bude auf, alles wird stehen und liegen gelassen und irgendwelcher Spittel aus Dips in die Gänge gestellt. Nur Vladimir schaut zum Dosenbier kippen vorbei und hält dich von der Arbeit ab. Also nochmal, warum die Mühe?

© Werk.Stadt.Laden Dresden

Und wieder die gleiche Antwort: neue Einflüsse! Vladimir hat nämlich einiges zu erzählen. Du willst den üblen Scheiß gar nicht hören, aber du hast ihn gehört und musst damit klar kommen. In jedem Fall eine der Extremsituationen, die hängen bleibt. Vielleicht nur, um sich gemeinsam daran zu erinnern und herzhaft darüber zu lachen. Vielleicht aber auch, um deine Persönlichkeit zu stärken und im besten Fall als Grundlage für eine kreative Aufarbeitung der Welt. Natürlich passieren auch schöne Dinge im Laden, zum Großteil sogar. Worum es also geht? Diese Momente gemeinsam zu erleben! Sich gerne aus der Bahn werfen zu lassen und durch den Austausch auf ganz neue Ideen zu kommen. Das coole daran ist, dass sich diese im Laden gleich umsetzen lassen. Du findest hier das nötige Material, Technik, Know-How und helfende Hände.

© Werk.Stadt.Laden Dresden

Wir sind ein kreativer Gemischtwarenladen und finden es gut. Bei uns kannst du z.B. Siebdrucken, Analogfotos entwickeln, Hochbetten und Modell-U-Boote bauen, Zelte an der Industrienähmaschine schneidern, eure Kunstwerke ausstellen, einen Kaffee oder Tee trinken, auf einer unserer Veranstaltungen tanzen und über selbstgemachten Stadtumbau diskutieren. Oder auch Konzepte für ein schöneres und gerechteres Leben entwerfen und am besten mit einem Garten anfangen! Es fehlt, dass was du machen möchtest. Wir helfen gerne bei Gestaltung, wie Umsetzung – ob es nun um einen Schraubenzieher oder dem Masterplan geht. Wir sind auf alle Ablenkungen gespannt!”
(Text: Matthias Röder)

Mehr Infos: www.werkstadtladen.de

Geschrieben von Michael in Allgemein, Inside View
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